|
5% aller Brustkrebsfälle betreffen Familien,
in denen erblich bedingt manche Krebsarten gehäuft auftreten.
Dazu gehören der familiäre Schilddrüsenkrebs,
bestimmte Darmtumoren, das familiäre Retinoblastom, (eine
Krebserkrankung des Auges) und auch Formen von Brustkrebs.
Bei dieser kleinen Gruppe von Frauen sind die
Abschnitte BRCA1- und BRCA2-Antigene auf ihrer Erbsubstanz verändert.
Die betreffenden Erbabschnitte regulieren das Zellwachstum. Sind sie
verändert, so wachsen die Zellen unkontrolliert und Brustkrebs kann
entstehen.
Mit Hilfe hochmoderner molekularbiologischer
Methoden ist es heute möglich, diese veränderten Gensequenzen aufzudecken,
bevor sich ein Tumor entwickeln kann.
In diesem Fall können vorbeugende chirurgische Eingriffe oder engmaschige
Vorsorgeuntersuchungen veranlasst werden.
Die Deutsche Krebshilfe hat in den 12 verschiedenen
Städten deutschlandweit Zentren eingerichtet, die sich mit dieser Fragestellung
auseinandersetzen:
München
- Universitätsfrauenklinik
im Klinikum Rechts der Isar, Ismaningerstr. 22, 81675 München
- Universitätsfrauenklinik
im Klinikum Großhadern, Marchioninstr.25, 81377 München
- Kinderpoliklinik der Universität,
Abt. für Pädiatrische Genetik und Pränatale Diagnostik, Goethestr.
29, 80336 München
- Projektleiter: Dr. Alfons
Meindl Termine für Betroffene: Tel.: 089/70 95 58 28
|
Da ein solcher Gentest
nur sinnvoll ist, wenn er in ein umfassendes Beratungskonzept eingebunden
ist, beraten in diesen Zentren Gynäkologen, Humangenetiker und Psychologen
zusammen in einem Team über vorbeugende und therapeutische Möglichkeiten.
Psychologische Betreuung ist im Falle eines positiven
Gentests von sehr großer Bedeutung, da das Wissen um eine genetische
Krebsveranlagung zwar einerseits gezielte Vorsorgemaßnahmen möglich
macht, andererseits aber auch eine große seelische Belastung darstellen
kann.
Risikogruppen, die für einen Gentest in
Frage kommen:
- Familien, in denen mindestens zwei
Frauen (Mutter, Schwester, Tochter oder sie selbst) an Brustkrebs und/oder
Eierstockskrebs erkrankt sind, darunter eine, die zum Zeitpunkt der
Erkrankung unter 50 Jahre alt ist.
- Familien, in denen eine Frau an
einseitigem Brustkrebs erkrankt ist, wobei das Erkrankungsalter 30 Jahre
oder jünger beträgt.
- Familien, in denen eine Frau an
beidseitigem Brustkrebs erkrankt ist, wobei das Erkrankungsalter 40
Jahre oder jünger beträgt.
- Familien, in denen eine Frau an
Eierstockskrebs erkrankt ist, wobei das Erkrankungsalter 40 Jahre oder
jünger beträgt.
- Familien, in denen ein Mann an Brustkrebs
erkrankt ist.

Untersuchungsablauf
- Vorstellung der Patientin in der
Tumorrisikosprechstunde mit ausführlicher Aufklärung und Besprechung
der Untersuchung und deren Folgen.
- Ausfüllen eines Fragebogens; es
werden die Familienmitglieder festgestellt, von denen ebenfalls Blut-
oder Tumorgewebe zur vergleichenden Genanalyse untersucht werden sollte.
- Nach Eingang aller Blut- und Tumor-Gewebeproben
erfolgt die molekulargenetische Untersuchung mit anschließender Auswertung.
- Bei Vorliegen der
Analyseergebnisse: erneute Einbestellung der Patientin in die Sprechstunde mit
ausführlicher Besprechung der Ergebnisse und gezielten Empfehlungen
zu künftigen Vorsorgemaßnahmen.
- Bis zum endgültigen Ergebnis könenbei
dem derzeitigen Forschungsstand Monate vergehen!
Testergebnis
Die
beteiligten Ärzte stellten fest, dass sowohl ein
positives als auch ein negatives Testergebnis zu einer deutlichen psychischen
Entlastung der Patientinnen führen kann.
|
Fällt bei einer Frau der
Test positiv aus, so hat sie ein Risiko von 80%, an Brustkrebs zu
erkranken.
|
Das durchschnittliche Risiko in der weiblichen
Bevölkerung liegt im Vergleich dazu bei lediglich ca. 10 Prozent.
Erstaunlicherweise waren vieleFrauen, die sich
nach ausführlicher Beratung gegen den Gentest entschlossen, stärker
psychisch belastet.
Erblicher Brustkrebs weist eine sehr ungünstige
Prognose auf: er tritt fünfmal häufiger beidseitig und an mehreren Stellen
gleichzeitig auf, was gehäuft zu einer Brustamputation führt.
Betroffenen Hochrisikofrauen kann prophylaktisch
eine beidseitige Brustamputation empfohlen
werden; auf jeden Fall sollte sich jedoch eine
intensivierte engmaschige Vorsorge in spezialisierten Tumorzentren anschließen.
Nützliche links:
Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
http://www.krebsinformation.de/body_ka_bruskrebs.html#genetischeE.
Info BRCA - Uni Tübingen http://www.uni-tuebingen.de/uni/kps/infobrca.htm
Info LMU München http://www.pedgen.med.uni-muenchen.de/medgen/patinfo/patinfo_f.html

|