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ALKOHOL IN DER SCHWANGERSCHAFT: Kein Gläschen in Ehren!

 

Es gibt zwar keine eindeutigen Hinweise dafür, dass der gelegentliche Genuss von Alkohol Ihrem Baby während der Schwangerschaft schadet, aber starkes oder häufiges Trinken kann die Entwicklung Ihres Babys ernsthaft beeinträchtigen.

Welche Mengen Alkohol sind in der Schwangerschaft bedenklich?

Das Vorkommen einer spezifischen Kombination von kindlichen Fehlbildungen und Auffälligkeiten, das sogenannte "fetale Alkoholsyndrom" wurde bisher nur bei alkoholkranken Müttern beschrieben, also bei Frauen, die regelmäßig größere Mengen von Alkohol trinken.

  • Besonders gefährlich ist das regelmäßige Trinken von Alkohol, dabei sollte man auch an alkoholhaltige "Stärkungsmittel" und Medikamente denken.
  • Da kein Grenzwert bekannt ist, unter dem Alkohol sicher nicht schädigend wirkt, sollte Sie als Schwangere möglichst darauf verzichten.
  • Die meisten Mediziner sind sich jedoch darüber einig, dass ein gelegentliches Glas Wein oder Bier unbedenklich ist.

Sollte Ihnen eine völlige Abstinenz schwer fallen, überlegen Sie sich, ob Sie vielleicht alkoholabhängig sind, und lassen Sie sich medizinisch beraten.
Wenn Sie in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung, als Sie noch gar nichts von Ihrer Schwangerschaft wussten, einmal ein paar Gläser zuviel getrunken haben, brauchen Sie sich übrigens keine Sorgen zu machen.
In dieser Zeit können schädliche Substanzen nicht direkt auf die embryonalen Organe auswirken - allerdings kann es dadurch zu einer Fehlgeburt kommen.

Alkoholwirkung auf Gehirn und geistige Entwicklung:

  • Alkohol ist die häufigste bekannte Substanz, die Fehlbildungen in der Schwangerschaft verursacht.
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft stellt eine der häufigsten Ursachen für eine Verzögerung der geistigen Entwicklung bei Kindern dar:
    Kinder von alkoholkranken Müttern zeigen im Durchschnitt eine schwächere Leistung in Intelligenztests. Fast 90% der Kinder mit einem Alkoholschaden sind minderbegabt, die meisten von ihnen besuchen eine Schule für Lern- oder Geistigbehinderte. Sie sind im allgemeinen auch weniger aufmerksam und zappeliger als andere Kinder.
  • Schwer alkoholgeschädigte Kinder können bereits bei Geburt einen zu kleinen Kopf haben. Der Kopf bleibt aber häufig erst später in seiner Größenentwicklung zurück. Solche Kinder sind häufig in ihrer geistigen Entwicklung zurückgeblieben, auffällig übererregbar und -aktiv und zeigen Muskelschwäche und unkoordinierte Bewegungen. Nicht selten entwickeln sie ein Krampfleiden.

Fetales Alkohol-Syndrom

In Deutschland werden jährlich etwa 2000 Kinder mit einer Kombination von Fehlbildungen geboren, die als fetales Alkoholsyndrom bezeichnet wird.                                                                                                      Hierbei handelt es sich um eine spezifische Kombination von Fehlbildungen und Entwicklungs-auffälligkeiten bei Kindern alkoholkranker Mütter. Neben den bereits oben erwähnten Auffälligkeiten des Kopfwachstums und der geistigen Entwicklung können folgende Zeichen auftreten:

  • Minderwuchs, niedriges Gewicht, gering ausgeprägtes Unterhautfettgewebe.
  • Auffälligkeiten im Gesichtsbereich, z.B. Falte am Augeninnenrand, hängende Augenlider, verkürzter Nasenrücken, schmales Lippenrot, Gaumenspalte, fliehendes Kinn.
  • Auffälligkeiten an Armen und Beinen, z.B. Verkürzung des Kleinfingers, auffällige Handfurchen.
  • Fehlbildungen innerer Organe, z.B. Herzfehler, Auffälligkeiten des Genitales und der Harnwege.

Nicht alle genannten Auffälligkeiten kommen bei allen Kindern mit fetalem Alkoholsyndrom gleichzeitig vor. Nur eine Kombination verschiedener dieser Auffälligkeiten zusammen mit dem Alkoholkonsum der Mutter lassen die Diagnose "fetales Alkoholsyndrom" zu.

Genuß-Tips für die Schwangere:

  • Verzicht auf Alkohol ist kein "Nein" zum Genuss, sondern ein "Ja" zu Ihrem gesunden Leben und dem Ihres Kindes.
  • Trinken Sie mindestens 1,5 Liter alkoholfreie Getränke am Tag. Fragen Sie Ihren Arzt nach der Trinkmenge, falls Sie Probleme mit Ödemen (z.B. Wassereinlagerungen in den Beinen) haben.
  • Beachten Sie, dass Sie in der Schwangerschaft einen höheren Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen haben. Trinken Sie deshalb bevorzugt Gemüse- und Fruchtsäfte, Saftschorlen und Mineralwasser.
  • Entspannen Sie sich beim Duft und Geschmack einer heißen Tasse Kräutertee oder genießen Sie die erfrischende Wirkung von gut gekühltem Früchtetee.
  • Aus frisch gepresstem Fruchtsaft gemixt mit fettarmer Milch oder Buttermilch, garniert mit Limonen, Ananas oder sonstigen Fruchtstücken, lassen sich raffinierte, alkoholfreie Cocktails zaubern.
  • Vielen Schwangeren fällt ein "nein zum Alkohol" leichter, wenn der Partner auch keinen Alkohol trinkt. Sprechen Sie mit Ihrem Partner. Schließlich trägt auch er Verantwortung für das Kind.

Nützliche links:

Universität Bonn - Vergiftungszentrale http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/alkohol/alkidx.html
Selbsthilfegruppe für Alkoholikerinnen http://www.alkoholikerinnen.de/