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Bitte beachten Sie im Interesse Ihres Kindes während
Ihrer gesamten Schwangerschaft beim Essen folgende Regeln:
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Nicht essen für Zwei, sondern nur atmen
für Zwei!
Nicht die doppelte Menge essen, sondern für zwei das Richtige essen!
Täglich viel Bewegung an der frischen Luft!
Beim Essen entscheidet
nicht die Quantität, sondern die Qualität!
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Die wichtigsten Regeln:
- viel Frischkost, denn Schwangere
brauchen mehr Vitamine und Mineralstoffe
- reichlich trinken, mind. 2 l täglich
- Fettverzehr kontrollieren
- Zuckeraufnahme kontrollieren
- mit Salz sparsam umgehen (jodiertes
Speisesalz verwenden)
- viel Bewegung an frischer Luft
Die wichtigsten Informationen zu Kalorien, Nährstoffen
und Lebensmitteln
Generell gilt: der Energiebedarf (Kalorien)
ist in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nicht nennenswert erhöht.
Er steigt erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte
(ab 4. Monat) um ca. 300 Kalorien pro Tag.
Aber aufgepasst: diese 300 Kalorien sind
jedoch bereits z.B. in 100 g Schinken, 90 g Edamer-Käse oder 80 g Haferflocken
enthalten!
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Der Schwerpunkt
Ihrer Ernährung sollte auf einer abwechslungsreichen vollwertigen
Frischkost von hohem Nährwert mit einem ausgewogenen Verhältnis
der vier unten genannten Hauptnährstoffe liegen.
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Versuchen Sie, auf Konserven und Fastfood zu verzichten,
da diese oft viele künstliche Geschmacksverstärker und ungesunde Konservierungsstoffe
enthalten.
Verteilung der Mahlzeiten
Essen sie regelmäßig und mehrere Male am Tag.
Es ist nicht gut für Ihr Baby, wenn Sie längere Zeit hungern, z.B. wenn
Sie am morgends auf das Frühstück verzichten:
- Frühstück
Ihr Frühstuck sollte möglichst ausgiebig und vielseitig sein sowie
reichlich Flüssigkeit wie z.B. Milch, Fruchtsäfte, Früchtetee - weniger
Kaffee - und Obst enthalten.
- Mittag-und Abendessen
Hierbei sollten Sie insgesamt weniger Kalorien verzehren.
Essen Sie wenigstens einmal am Tag, mittags oder abends bis spätestens
20°°, eine warme Mahlzeit mit Kartoffeln, Gemüse, Salat
und Fleisch oder Seefisch. Damit sorgen Sie für ausreichend Nährstoffe.
- Zwischenmahlzeiten
Nehmen Sie zusätzlich mindestens zwei Zwischenmahlzeiten
zu sich. Hierbei sind Obst und/oder Obstsalat, reine Fruchtsäfte,
Vollkornkekse, eine kleine Portion Müsli, Jogurt oder Milch zu bevorzugen.
Auf diese Weise ist der schwangere Körper den
ganzen Tag über gleichmäßig mit Nährstoffen versorgt.
Hauptnährstoffe
Für die Hauptnährstoffe Eiweiß, Fett,
Kohlenhydrate gelten im wesentlichen dieselben Richtwerte wie außerhalb
der Schwangerschaft:
- Eiweiß:
Der tägliche Eiweissverzehr sollte rund
60g pro Tag nicht überschreiten. Eiweiß ist wichtig für
den Aufbau des kindlichen Gewebes und für die Entwicklung des Gehirns.
Fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch, Seefisch,
Eier, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Kartoffeln stellen
optimale Eiweissquellen dar.
Um die Qualität des Eiweisses
für den Körper zu verbessern, ist eine Mischung aus
verschiedenen tierischen und pflanzlichen Eiweißquellen ratsam.
Dadurch
verbessern Sie wesentlich die Qualität des Eiweisses für Ihren
Körper. Hülsenfrüchte,
wie z.B. Bohnen, Erbsen und Linsen, sind ein guter Fleischersatz für
Vegetarierinnen; Meerwasserfisch stellt eine sehr wichtige
Quelle für Ihren gesteigerten Jodbedarf
dar. Milchprodukte
wie Milch,
Käse, Joghurt und Quark stellen allesamt wichtige Eiweisslieferanten dar
und sind darüber hinaus reich an Kalzium sowie Vitaminen und
Mineralstoffen.
Essen Sie täglich mehrere dieser Produkte, und zwar möglichst
die fettarmen Varianten. Ein halber Liter pasteurisierter und fettreduzierter
Milch pro Tag ist empfehlenswert.
- Fett :
Der tägliche Fettverzehr sollte max. 30%
der täglichen Kalorienzufuhr betragen. Bei 2400 Kilocalorien (Kcal)
sind das 80g Fett am Tag.
Da Fett der kalorienreichste Nährstoff ist (ein Gramm Fett entspricht
9 Kcal) und der schwangere Organismus Fett wie ein Schwamm aufsaugt,
muß die Fettzufuhr besonders beachtet werden, damit es nicht zu
einer unerwünschten Gewichtszunahme kommt. Denn Schwangere, die
zu viel wiegen, haben ein höheres Krankheitsrisiko in ihrem Schwangerschaftsverlauf!
Lebensnotwendige ungesättigte Fettsäuren sollten Sie bevorzugt
aus dem Verzehr von fettreduzierter H-Milch, Käse
und aus kaltgepressten hochwertigen Oliven-, Raps- oder Sonnenblumenöl
sowie hochwertiger rein pflanzlicher Margarine gewinnen.
Vermeiden Sie ein Übermaß an tierischen, gesättigten
Fettsäuren, indem sie bei Fleisch und Wurst die mageren Sorten
bevorzugen. Diese zeichnen sich ausserdem durch einen hohen Gehalt an
wichtigem Vitamin B 12, Eiweiß und Eisen aus.
Versteckte tierische Fette sind besonders gefährlich: Seien
sie sparsam mit nährstoffleeren Süssigkeiten, Eis, Kuchen,
Gebäcken, Schokolade und Limonaden. Versuchen Sie ebenfalls, Ihren
Heisshunger nach Kalorienbomben mit geringem Nährwert zu zügeln.
- Kohlenhydrate:
Die Hauptmenge, nämlich ca. 55% der täglichen Kalorienaufnahme
sollte durch Kohlenhydrate gedeckt werden. Bei 2400 Kilokalorien am
Tag sind das 330g Kohlenhydrate.
Vollkornbrot, Kartoffeln, Reis, Vollkornnudeln
und Getreideprodukte, Obst und Gemüse stellen wichtige Quellen
für diese stärkehaltigen Nahrungsmittel dar. Greifen Sie statt
zu Weißbrot, Toast oder Brötchen vermehrt zu vollwertigeren
Vollkorn- oder Mehrkornprodukten; statt des üblichen Feinmehls
(Typ 405) sollten Sie qualitativ besseres Mehl mit hoher Typenzahl (Typ
1050 oder 2000) verwenden.
Obst und Gemüse sind außerdem sehr
reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie sollten davon täglich
mindestens fünf Beilagenportionen essen.
Am besten sind Rohkost und frisches Gemüse, das bei schwacher Hitze
gegart oder gedünstet wird, weil so alle notwendigen bioaktiven
Nährstoffe und Vitamine weitgehend erhalten bleiben.
- Ballaststoffe:
Da Schwangere häufig zu Verstopfung neigen, muss besonders auf
eine reichliche Zufuhr von Ballaststoffen
geachtet werden (z.B. Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, auch als
Rohkost, Salate). Ballaststoffe fördern die Verdauung und helfen
Übelkeit bzw. Verstopfung verhindern.
Bitte beachten Sie unbedingt: viel Ballaststoffe erfordern eine reichliche
Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter pro Tag).
(Foto mit freundlicher Genehmigung von aid)

Nährstoffmangel?
Für die meisten Vitamine und Mineralstoffe besteht
in der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf. Wer jedoch seine Lebensmittelauswahl
nach den oben genannten Empfehlungen trifft, wird kaum in einen Mangel
an diesen lebensnotwendigen Substanzen kommen.
Es gibt jedoch einige wenige wichtige Nährstoffe,
die für den Verlauf der Schwangerschaft und für den kindlichen
Organismus ganz besonders wichtig sind, und die bereits häufig
nichtschwangere Frauen nicht in ausreichender Menge aufnehmen:
- Der Calcium-Bedarf
mit 1200 mg/Tag liegt in der Schwangerschaft deutlich höher.
Der Tagesbedarf an Calcium, das für den Aufbau des kindlichen Knochensystems
und der Zähne, sowie für die Blutgerinnung wichtig ist, ist
z.B. enthalten in 50 g Edamer-Käse plus 0,5 l Buttermilch.
- Magnesium,
dass sich z. B. bei der Bereitschaft zu vorzeitigen Wehen und nächtlichen
Wadenkrämpfen therapeutisch bewährt hat, sollte mit 400 mg/Tag
ebenfalls reichlicher aufgenommen werden (besonders in pflanzlichen
Lebensmitteln enthalten).
- Der Eisen-Bedarf
ist in der Schwangerschaft um das Doppelte erhöht.
Eisen ist wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen
von Mutter und Kind. Rote Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff
im Körper. Eisen ist enthalten z.B. in Fleisch, Gemüse, Obst
(besonders in getrockneten Aprikosen, Feigen) und Getreideprodukten.
Das in tierischen Lebensmitteln enthaltene Eisen wird allerdings besser
vom Körper verwertet als das aus pflanzlichen Lebensmitteln.
- Jod
-Mangel in der Schwangerschaft kann zu
einer Unterfunktion der Schilddrüse des Kindes führen.
Gute Jodquellen sind jodiertes Speisesalz und Seefisch. So sollte z.B.
Seelachs, Schellfisch oder Kabeljau mindestens einmal die Woche auf
dem Speiseplan stehen, am besten natürlich gedünstet und nicht
paniert!
- Folsäure
gehört zu den Vitaminen der B- Gruppe und wird im Körper
benötigt für die Zellbildung und Zellteilung. Eine zusätzliche
Gabe von Folsäure besonders in der Frühschwangerschaft ab
dem Zeitpunkt der Befruchtung kann das Risiko von schweren Missbildungen
wie Neuralrohrdefekten (z. B. "offener Rücken") deutlich
reduzieren.
Um einen Mangel an wichtigen Mineralstoffen und anderen
wichtigen Spurenelementen vorzubeugen, kann es ärztlicherseits
sinnvoll und notwendig sein, entsprechende Präparate zu verordnen.
Zwar müssen diese Nahrungsergänzungsmittel
wegen der angespannten Kostensituation in unserem Gesundheitswesen bis
auf wenige Ausnahmen von der Schwangeren selbst bezahlt werden. Doch
die Gesundheit Ihres Babys sollte deren - meist niedrigen - Preis wert
sein.
Zusätzliche Multivitaminpräparate:
Sie sollten derartige Präparate nur nach vorheriger
Absprache mit mir einnehmen. Ein unkontrollierter Konsum kann sich nachteilig
auf das Ungeborene auswirken (z. B. durch zu hohen Vitamin A-Gehalt
in Multivitaminpräparaten)
Gesundheitliche Gefährdung durch Lebensmittel?
Schwangere sollten besonders darauf achten, sich durch
entsprechende Maßnahmen vor Lebensmittelinfektionen (z. B. durch
Toxoplasmen,
Listerien) zu schützen.
Empfehlungen zur Vermeidung des Risikos:
- Fleisch sollte grundsätzlich
nur durchgegart verzehrt werden,
- keine unabgekochte Vollmilch / Rohmilch
oder rohes Fleisch in jeder Form (z.B. Tatar, Mett, Roastbeef) verzehren,
- rohes Obst und Gemüse vor dem
Verzehr gründlich waschen,
- um eine Verunreinigung mit Krankheitskeimen
zu vermeiden, müssen rohe tierische Lebensmittel im Kühlschrank
stets gut verpackt gelagert werden,
- bei der Zubereitung von Speisen
muss auf eine konsequente Küchenhygiene geachtet werden,
- Arbeitsgeräte und Schneidebretter
nach jedem Arbeitsgang gründlich säubern (das gilt vor allem
für den Umgang mit rohem Fleisch),
- regelmäßiges Händewaschen,
vor allem nach dem Kontakt mit Tieren,
- beim Aufwärmen von Mahlzeiten,
insbesondere in der Mikrowelle, muss eine Kerntemperatur von mindestens
70 Grad erreicht werden.
Nützliche Links:
Auswertungs- und Informationsdienst für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid) e.V.:
http://www.aid.de

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