Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine und
ist zusammen mit Vitamin B12 an der Bildung und Reifung von roten Blutkörperchen
beteiligt. Der Organismus benötigt Folsäure für Zellteilung, Fortpflanzung
und Wachstum. Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Folsäure
auf das Doppelte an. Ein Mangel an Folsäure kann zu Blutarmut, Verdauungsstörungen
und Veränderungen der Mundschleimhaut führen.
Folsäuremangel in der Frühschwangerschaft
Folsäure spielt für die gesunde Entwicklung
von Rückenmark und Gehirn des ungeboren Kindes in der Frühschwangerschaft
ab dem Zeitpunkt der Befruchtung eine zentrale Rolle.
Folsäure hilft in dieser Zeit, die Entstehung von sogenanntenNeuralrohrdefekten
(Störungen des Verschlusses des Rückenmarkes und der Wirbelsäule) zu
verhindern.
Bei einem Neuralrohrdefekt leidet das Baby an einer Myelomenigozele
(Ausbeulung des Rückenmarkes) oder Spina bifida (offener Rücken).
Mögliche Folgen sind lebenslange Störungen wichtiger Funktionen von
Blase, Darm, Muskulatur und Haut. In Deutschland sind jährlich etwa
800 Kinder von solchen Neuralrohrdefekten betroffen.
Folsäure-Ersatz
Es gibt zwar eine Reihe folsäurereicher Nahrungsmittel
wie Salat, Spinat, Weißkohl, Brokkoli, Spargel, Vollkornprodukte, Sauerkraut
und Kartoffeln. Leider kann der Körper aber nur einen Teil der darin
enthaltenen Folsäure verwerten, zudem geht viel von dem Vitamin bei
Hitze verloren.
Die für Schwangere empfohlene Dosis von täglich 400 Mikrogramm nehmen
nur 8 Prozent der werdenden Mütter zu sich.
Alle Frauen, die schwanger werden möchten,
oder bereits schwanger sind, sollten in der Frühschwangerschaft
täglich 0,4 Milligramm Folsäure zu sich nehmen.