Die Windpocken-Erstinfektion der Schwangeren
ist ein seltenes Ereignis, da über 95% der Frauen die Krankheit bereits
in ihrer Kindheit durchgemacht haben und deshalb Schutz vor einer erneuten
Infektion haben.
Erkrankt
eine Frau während der Schwangerschaft dennoch zum ersten Mal an
Windpocken, kann der Verlauf allerdings wesentlich schwerwiegender sein
als bei einer Infektion im Kindesalter.
Windpockenerkrankung in der ersten Schwangerschaftshälfte
Die Infektion in der Frühschwangerschaft kann
bei schweren Krankheitsverläufen zu einer Fehlgeburt, in der späteren
Schwangerschaft zur Früh- oder Totgeburt führen.
Bei Infektion der Mutter vor der 22. Schwangerschaftswoche
beträgt das Risiko des angeborenen Windpockensyndroms ca. 2%: Es können
hierbei Fehlbildungen, insbesondere der Gliedmaßen und der Haut, auftreten.
Windpockenerkrankung am Schwangerschaftsende
Gefährlich ist die Erkrankung der Mutter
an Windpocken im Zeitraum von 5 Tagen vor bis 2 Tage nach der Geburt.
In diesem Fall muss in 20-30% mit einem schweren, zum Teil sogar tödlichen
Krankheitsverlauf beim Neugeborenen gerechnet werden, da es noch nicht
durch die mütterlichen Antikörper geschützt ist.
Windpockenkontakt in der Schwangerschaft
Falls Sie mit einer windpockenerkrankten Person
Kontakt hatten und keinen Schutz vor Windpocken haben bzw. sich darüber
im Unklaren darüber sind, sollten Sie umgehend in unsere Praxis kommen,
um durch einen einfachen Bluttest Ihre Windpockenimmunität abklären
zu lassen:
- Ergibt sich hierbei, dass Sie bereits
Windpocken durchgemacht haben (was mit 95%iger Wahrscheinlichkeit der
Fall sein wird), besteht für Sie und Ihr Kleines keinerlei Gefahr.
- Sind Sie jedoch "seronegativ", d.h.
nicht immun gegen Windpocken, sollte Ihnen innerhalb von 96 Stunden
nach dem Erstkontakt Windpocken-Immunglobulin gespritzt werden, um den
Krankheitsverlauf deutlich abzuschwächen.
- Erkrankt die Schwangere um den Geburtstermin,
ist die Verzögerung der Geburt die sicherste Maßnahme zur Verhütung
schwerverlaufender Neugeborenen-Windpocken.
In Deutschland empfiehlt die Impfbehörde (STIKO)
die aktive Impfung
aller seronegativer Frauen mit Kinderwunsch.
Auch
hier gilt: Ihr persönlicher Impfschutz ist der beste Nestschutz für Ihr
Kind!
Gürtelrose,
d.h. die
Zweitinfektion mit dem Windpockenvirus im späteren Lebensalter, ist dagegen für Ihr Baby
nicht gefährlich, weil es sich nur um eine lokale Erkrankungnhandelt
und die Viren nicht in das mütterliche Blut gelangen.

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