|
Die Pille ist das am häufigsten benutzte Verhütungsmittel.
Sie ist sicher und hat viele zusätzliche Vorteile.
Sie stellt jedoch auch ein höchst wirksames Medikament mit typischen Nebenwirkungen
dar.
Wirkung:
Die "klassische" Pille hemmt den Eisprung (
= Ovulationshemmer) und verhütet somit sicher eine Schwangerschaft.
Dazu muss die Pille aber regelmäßig eingenommen werden, auch wenn es
vielleicht im Moment gar nicht notwendig wäre.
Neben der Minipille
(enthält nur Gelbkörperhormone) gibt es
Kombinationspräparate, die jeden Tag zwei Hormonkomponenten (ein Gestagen
und ein Östrogen) enthalten. Sie sind so dosiert, dass ein Eisprung
sicher unterdrückt wird.
Am gebräuchlichsten ist die niedrigdosierte
Einphasenpille,
die Mikropille
genannt wird und über 21 Tage die gleiche Kombination von Östrogenen
und Gestagenen enthält, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause, in
der es zu einer Blutung kommt.
Vorteile:
- sehr sichere Wirkung (Pearl-Index
1):
die Pille erlaubt spontanen Geschlechtsverkehr ohne sonstige Vorkehrungen
durch permanenten Empfängnisschutz.
- positive Nebeneffekte:
Die Regelblutung wird kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft. Frau
weiß genau, wann sie kommt (und kann sie auch mal verschieben). Regulierung
von Zyklusstörungen. Besserung von Hautunreinheiten wie Pickel und Akne
sowie von bestimmten Formen des Haarausfalles.
- Schutz vor Eierstockkrebs:
Frauen mit mindestens 6-jähriger "Pillen"-Einnahme haben ein geringeres
Risiko für das Auftreten von Eierstockskrebs. Die Pille verursacht keinen
Brustkrebs!
Nachteile:
- tägliche korrekte Einnahme unerlässlich,
möglichst zur gleichen Tageszeit.
VORSICHT: Erbrechen, Durchfall oder
Medikamente können die Sicherheit erheblich beeinträchtigen!
- Probleme am Anfang sind oft Zwischenblutungen,
die sich aber im Verlauf der weiteren Einnahme meist legen. Durch dauerhafte
Hormonbelastung Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Brustspannen oder
Gewichtszunahme möglich.
- Erhöhtes Thromboserisiko.
Insbesondere, wenn eine familiäre Neigung zu Thrombosen besteht.
- in 1-2% der Fälle weniger Lustempfinden
möglich
Für wen geeignet?
Für jede gesunde Frau, die sehr sicher und flexibel
verhüten will, vor allem dann, wenn noch gezielt einer oder mehrere
der oben genannten positiven Nebeneffekte gewünscht wird.
Für wen nicht geeignet?
Die Einnahme von Pillen ist mit einem erhöhten
Risiko venöser und arterieller thromboembolischer Krankheiten (zum Beispiel
Thrombosen, Lungenembolien, Schlaganfall) verbunden.
|
Dieses Risiko kann durch zusätzliche
Faktoren, insbesondere durch Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht
und Krampfadern erhöht werden.
|
Raucherinnen, die als hormonelle Empfängsnisverhütung
die Pille anwenden, haben ein erhöhtes Risiko an zum Teil schwerwiegenden
Folgen von Gefäßveränderungen (z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) zu
erkranken.
Das Risiko nimmt mit steigendem Alter
und steigendem Zigarettenkonsum zu.
|
Frauen über 35 Jahre, die
gleichzeitig rauchen, sollten die Pille nicht anwenden !
|
In diesem Fall empfehle ich als gleichsichere
Alternative entweder eine Hormon-Spirale (MIRENA)
oder ein Hormonstäbchen (IMPLANON).

Zusammenfassung
Die Pille stellt ein extrem sicheres Verhütungsmittel
dar, viele der vermeintlichen "Nebenwirkungen" können im Einzelfall
sehr erwünscht und dem Wohlbefinden förderlich sein - unangenehme Nebeneffekte
lassen sich oft durch Wechsel des Präparates abstellen.
Da diese unerwünschten Nebenwirkungen (s.o.)
von der Dosis des Östrogens und der Art und Dosis des Gelbkörperhormones
abhängen, muss für jede Frau die "Richtige" unter den zahllosen auf
dem Markt befindlichen Pillen gefunden werden.
|
Damit Sie keine unliebsame Überraschung
erleben, sollten wir deshalb Ihren
individuellen Kompromiss aus "sowenig wie möglich" und "soviel
wie nötig" lieber in einem persönlichen
Beratungsgespräch ermitteln.
|
Reisen und Pille
In vielen Situationen (Reisen, Krankheit) ist
es sehr praktisch, eine Reservepackung
der Pille dabei zu haben. Zusätzliche Pillen werden aus dieser Packung
genommen, um mit der laufenden Packung im gewohnten Rhythmus zu bleiben.
Einnahmehinweise für die Pilleneinnahme bei
Langstreckenflügen
Bei Fernreisen muss dringend auf die zeitliche
Angleichung der Pilleneinnahme geachtet werden, da ansonsten die Verhütungs-Sicherheit
nicht mehr gegeben ist.
Bei Kombinationspräparaten
(enthalten Östrogen und Gestagen) besteht
ein sicherer Schutz, wenn der Zeitabstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Dragees nicht mehr als 30 Stunden beträgt. Deshalb ist es bei Zeitverschiebungen
um bis zu 6 Stunden grundsätzlich möglich, diese einfach zu ignorieren
und die Pille weiter zur gewohnten Zeit einzunehmen.
Unerheblich, in welche Richtung geflogen wird,
ist die einfachste Lösung, eine zweite Uhr mitzunehmen, die
unbedingt die ursprüngliche, d.h. mitteleuropäische, Uhrzeit
anzeigt. Nach dieser Uhr richtet sich dann zunächst die weitere Pilleneinnahme.
Bei Ankunft wird die Ortszeit mit der ursprünglichen, d.h. mitteleuropäischen,
Zeit verglichen.
Nun kann die Einnahmezeit nach zwei
Möglichkeiten angepasst werden:
- Die Pilleneinnahme kann bis zu
maximal 6 Stunden nach hinten oder vorne verschoben werden:
Somit liegen zwischen der letzten und der anstehenden Einnahmezeit
nicht mehr als 30 Stunden. Die nächste Einnahme erfolgt dann wieder
nach 24 Stunden. Es kann also bei dem Vorziehen der Pilleneinnahme
ausnahmsweise passieren, dass zwei Pillen an einem Tag eingenommen
werden.
- Bei Zeitverschiebungen über 6
Stunden hinaus, sollte man die Uhr am besten in zwei Etappen umstellen,
d.h. beträgt die Zeitverschiebung z.B. 8 Stunden, dann sollte die
Uhr in zwei Tagen um jeweils 4 Stunden verstellt werden.
Bei der Minipille
(enthält nur Gestagen) darf die übliche Einnahmezeit
nicht um mehr als 1 Stunden überschritten werden, d.h. der Zeitabstand
zwischen zwei Dragees darf nicht größer als 25 Stunden sein. Bei einer
Zeitverschiebung von mehr als 1 Stunden, nehmen Sie nach 12 Stunden
eine Zwischenpille ein und setzen dann die Einnahme zur gewohnten
Stunde Ortszeit fort.
Wir wünschen Ihnen einen guten
Flug und einen erholsamen Urlaub!
Zyklus verschieben
Ein großer Vorteil der Pille ist, dass die Menstruation
bei Bedarf verschoben werden kann. Eine gelegentiche Verschiebung ist
prinzipiell harmlos und belastet Ihren Körper nicht.
Zyklusverlängerung:
bis 10 (maximal 14) Tage problemlos. Bei Mehrphasenpräparaten
(verschiedenfarbige Pillen) wird die letzte Stufe (d.h. dieselbe Farbe)
vor der Menstruation verlängert.
Zyklusverkürzung:
weniger empfehlenswert. Maximal 7 Pillen weglassen,
anschließend aus Sicherheitsgründen Beginn der nächsten Pillenpackung
bereits mit dem ersten Tag der nächsten Periodenblutung.
Durchfall und/oder Erbrechen
Wenn Sie innerhalb von vier Stunden nach Pilleneinnahme
erbrechen oder bis zu 5 Stunden nach Pilleneinnahme Durchfall bekommen,
nehmen Sie anschließend aus der Reservepackung eine zusätzliche Pille
ein.
Bis zum Ende des aktuellen Zyklus wird ein
zusätzlicher Schutz
(z.B. Kondome) empfohlen. Gleichzeitig sollten Sie die Pille trotzdem
wie gewohnt benützen, um Blutungsunregelmäßigkeiten zu vermeiden.

Pille vergessen - Keine Panik!
Haben Sie die Einnahme Ihrer Pille einmal vergessen,
dann können Sie sie noch innerhalb der nächsten 12 Stunden nach Ihrer
üblichen Einnahmezeit nachholen. Die nächste Pille müssen Sie dann wieder
zum gewohnten Zeitpunkt einnehmen. (Gilt
NICHT für die MInipille)
Beispiel:
die übliche Einnahmezeit ist 19 Uhr. Sie haben
die Einnahme am Samstag vergessen. Wenn Sie eine neue Pille bis Sonntag
früh um 7 Uhr und die für Sonntag bestimmte Pille wieder um 19 Uhr einnehmen,
bleibt der Empfängnisschutz erhalten.
Haben Sie dagegen die "Nachholzeit" von 12 Stunden
überschritten, ist die Sicherheit für diesen Zyklus nicht mehr gewährleistet.
Um Zwischenblutungen zu vermeiden, sollten
Sie dann weiterhin zum gewohnten Zeitpunkt täglich 1 Pille nehmen.
Für den Rest des Zyklus müssen Sie auf
jeden Fall zusätzliche Verhütungsmittel (z.B. Kondome, Schaummittel)
benutzen.
Mit der nächsten Packung beginnen Sie - wie
gewohnt - nach der 7-tägigen Einnahmepause.
Es kann passieren, dass Sie einmal eine Pille
verlieren. Nehmen Sie dann die nächste Pille aus der Packung und fahren
Sie mit der Einnahme regelmäßig fort. Bitte beachten Sie aber unbedingt,
dass Sie mit der Einnahme jeweils einen Wochentag voraus sind. Der Zyklus
wird sich dann um einen Tag verkürzen, die Sicherheit Ihrer Pille wird
jedoch dadurch nicht beeinträchtigt.
Praktische Tips:
- Gewöhnen Sie sich an, Ihre Pillenpackung
immer neben Ihrer Zahnbürste, Deo, Haarbürste oder irgendeinem bestimmten
Gegenstand zu legen, den Sie täglich ungefähr zu derselben Zeit benützen.
- Gewöhnen Sie sich feste Routineabläufe
an, wie z.B.: abendliche Pilleneinahme, anschließend morgendliche Kontrolle
beim Zähneputzen (i.d.R. sind dann noch keine 12 Stunden verstrichen!),
erst Zähneputzen, danach immer die Pille nehmen, erst Wecker ausstellen,
danach Pille nehmen, erst Haare kämmen, dann Pille nehmen.
- Verhütung ist nicht nur Frauensache.
Lassen Sie sich von Ihrem Freund an die Pilleneinnahme erinnern!
- Ein Aufkleber oder ein Tuch in den
Farben Ihrer Pille erinnern Sie unauffällig an die Pille.
|
Bitte bedenken Sie:
Alle diese Tipps sind im Einzelfall möglicherweise
individuell anders zu handhaben - damit Sie keine unliebsamen Überraschungen
erleben sollten wir deshalb exakte Details lieber in einem persönlichen
Beratungsgespräch klären!
Fragen Sie sicherheitshalber nach!
|
Nützliche links:
Ländereinteilung nach Zeitzonen http://www.organon.de/patienten-service/verhuetung/weltkarte/index_n3.htm
Serviceangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
http://www.loveline.de
http://´www.laralove.de

|