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"PILLE DANACH" - die Notbremse am Morgen danach

 

Die "Pille danach" ist kein echtes Verhütungsmittel und sollte nur in Ausnahmesituationen verwendet werden.

Man kann die "Pille danach" auch als eine Art "allerletzte Notbremse" bezeichnen. Sie ist für Situationen reserviert, in denen es zum ungeschützten Geschlechtsverkehr gekommen ist. In diesen Fällen kann binnen 48 Stunden die "Pille danach" eine wirksame Hilfe sein, um eine Schwangerschaft zu verhindern.

Dieses Medikament enthält die gleichen Wirkstoffe wie eine normale Pille, jedoch um ein Vielfaches höher dosiert!

Wirkung:

Durch das synthetische Gelbkörperhormon (=Gestagen) Levonorgestrel (LNG) wird die Einnistung einer eventuell bereits befruchteten Eizelle verhindert. Daher spricht man beim Einsatz der "Pille danach" auch nicht von Verhütung (= Kontrazeption), sondern von Interzeption.

Vorteile:

  • Es hilft nach "dem" Ereignis.
  • Nach einem ungeschützten Verkehr sollte möglichst schnell, spätestens aber nach 48 Stunden mit der Einnahme der "Pille danach" begonnen werden. Bei rechtzeitiger und genauer Anwendung sehr sicher.

Nachteile:

  • Hohe hormonelle Belastung mit entsprechend hohem Nebenwirkungsrisiko: Blutungsstörungen (Schmierblutungen), Kopf- und Brustschmerzen, starke Übelkeit in den ersten 1-2 Tagen und alle möglichen Nebenwirkungen einer "normalen" Pille.
  • Die ethische Frage (siehe: Interzeption)

Für wen geeignet?

  • Für praktisch alle Frauen in der akuten Notsituation eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs.

Alternative:

  • Innerhalb der ersten 5 Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr kann eine Schwangerschaft auch durch Einsetzen einer Spirale zuverlässig verhindert werden, die dann in Anschluss als Langzeitverhütungsmittel weiter wirken kann.

Anwendung:

  • Bei dem neueren, nebenwirkungsärmeren Präparat Duofem wird 2 mal 1 Tablette im Abstand von 12 Stunden eingenommen, insgesamt also 2 Tabletten. (Tetragynon: 2 mal 2 Tbl. Im Abstand von 12 Stdn., insg. 4 Tbl.)
  • Einnahme innerhalb der ersten 24 - 48 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, je früher desto besser.
  • Es reicht also, wenn Frau sich die "Pille danach" am nächsten Morgen danach besorgt.

Wo bekomme ich die "Pille danach"?

  • Die "Pille danach" wird vom Frauenarzt verschrieben. Als verschreibungspflichtiges Medikament ist sie in der Apotheke nur gegen Vorlage des Rezeptes erhältlich.
  • An Wochenenden und Feiertagen ist sie ggf. auch über die ärztlichen Notdienste oder den Klinik-Bereitschaftsdienst zu bekommen

Zusammenfassung:

Als regelmäßiges Mittel zur Empfängnisverhütung ist die "Pille danach" keinesfalls geeignet.

Sie enthält sehr hohe Hormonmengen und verhindert die Einnistung der schon befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut (Interzeption).

Sie sollte deshalb nur als letzte Möglichkeit angesehen werden. Dann aber ist sie ein sicherer Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft.