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VERHÜTUNGSCOMPUTER - das kleine Chemielabor

 

Die verschiedenen Computersysteme stellen keine Empfängnisverhütungsmethoden dar, sondern dienen lediglich als Hilfsmittel bei der Anwendung der sogenannten "Natürlichen Familienplanung":

Sinn dieser Verhütungsmethode ist, an den als fruchtbar erkannten Tagen den Verkehr zu meiden, oder auf andere Verhütungsmethoden auszuweichen.
Vor der Anwendung dieser Geräte ist es wichtig, sich mit den Methoden der NFP ("natürliche Familienplanung") auseinanderzusetzen und die Grundlagen der hormonellen Vorgänge des Zyklus und ihre Wirkungen zu verstehen.

Die sogenannten "Verhütungscomputer" lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
Die meisten Geräte sind nach den Regeln der "erweiterten" Temperaturmethoden programmiert, andere bieten die Möglichkeit zusätzliche Daten zu erheben, z. B. Beschaffenheit des Zervixschleimes oder mittels Teststäbchen, die das luteinisierende Hormon (LH) feststellen.

Wirkung:

Der Computer gibt an, an welchen Tagen ein Urin- oder Speicheltest durchzuführen ist und bestimmt mittels Hormonmessung die Tage, an denen der Eisprung wahrscheinlich ist.

Vorteile:

  • Dem Körper werden keinerlei Fremdstoffe oder Hormone zugeführt; besonders für feste Partnerschaften geeignet.
  • Keine Nebenwirkungen.
  • Kann sowohl zur Empfängnisverhütung wie auch bei Kinderwunsch eingesetzt werden.

Nachteile:

  • Sehr regelmäßige Messungen erforderlich. Keine Sicherheit an den "Risikotagen" - Alternative Verhütung an den fruchtbaren Tagen erforderlich.
  • Auch bei sachgerechter Anwendung nur mittlere Sicherheit: je nach Gerät Pearl-Index bis 6 (!):, d.h. nur eine Frau, für die eine ungeplante Schwangerschaft keine Katastrophe darstellt - deren Verhütungswunsch also "relativ" ist - sollte eine solche Methode anwenden

Für wen geeignet?

Der schlechte Pearlindex lässt die Methode teuer (Anschaffungskosten und monatliche Testmaterialkosten!) und ineffektiv erscheinen, so dass sie nur für Frauen mit einem regelmäßigen Zyklus (mind. 23 Tage und höchstens 35 Tage) geeignet erscheint, die eine Schwangerschaft nicht sicher ausschließen müssen.

Für wen nicht geeignet?

  • Bei sehr unregelmäßigem, sehr kurzem und sehr langem Zyklus.
  • Frauen mit unregelmäßiger Arbeitszeit (Früh- oder Spätschicht / Nachtarbeit).
  • Bei einigen chronischen Krankheiten.
  • Bei hohen Ansprüchen an die Sicherheit.
  • Frauen, die viel reisen (Wechsel der Zeitzone mit Beeinträchtigung des Zyklus).

Zusammenfassung:

  • Trotz high-tech sind alle Geräte nicht verhütend wirksam: sie zeigen lediglich mehr oder weniger gut die fruchtbaren oder unfruchtbaren Tage an.