|
Das Klimakterium
Die letzte
spontane Blutung im Leben einer Frau
wird Menopause
genannt.
Die Übergangszeit von regelmäßigen Menstruationszyklen
bis zu diesem Zeitpunkt wird als Klimakterium
bzw. Wechseljahre
bezeichnet.

Ursächlich für die Wechseljahrs- oder klimakterischen
Beschwerden ist der zunehmende Mangel an den zwei weiblichen Geschlechtshormonen,
nämlich Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon) sowie deren Verhältnis
zueinander.
Zunächst stehen infolge einer verminderten Gelbkörperhormonproduktion
Störungen im Menstruationszyklus, Spannungsgefühle der Brüste und Reizbarkeit
vor den Tagen (prämenstruelles Syndrom = PMS) im Vordergrund.
Mit zunehmender Verringerung der Östrogenproduktion
in den Eierstöcken kommt es infolge eines zunehmenden Östrogenmangels
zunächst
zu folgenden Wechseljahresbeschwerden:
Typische Wechseljahrs-Symptome
- Hitzewallungen (aufsteigende Hitze)
und Schweißausbrüche
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit,
Antriebslosigkeit, Depressionen, Angstgefühle
- Abnahme des sexuellen Verlangens
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
- Verminderte Belastbarkeit in Stresssituationen
- Schlafstörungen (Einschlaf- und
Durchschlafstörungen, zu frühes Erwachen)
- Attacken von Herzklopfen, Herzrasen,
Herzstolpern, Herzbeklemmung
- Gelenkbeschwerden (rheumaähnliche
Schmerzen, v.a. im Bereich der Fingergelenke)
- Augenbeschwerden, Sehstörungen,
trockene Augen
Unsere gestiegene Lebenserwartung bringt es
mit sich, dass Frauen über ein Drittel ihres Lebens in einem Zustand
diesen Östrogenmangels verbringen würden.
Dies war von Mutter Natur wohl nicht so geplant,
denn die Langzeitfolgen
eines Östrogenmangels können zu
folgenden Krankheitsbildern
führen:
Östrogenmangel-Krankheiten
- verminderte Hautdicke
und -elastizität
- Scheidentrockenheit,
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Reizblase, unwillkürlicher Urinverlust
durch Austrocknung und Ausdünnung der Gewebe von Scheide, Harnröhre
und Blasenhals
- Abnahme der Knochensubstanz mit
vermehrten Knochenbrüche
infolge Osteoporose,
- Verschlechterung der Blutfette
mit vermehrten arteriellen Gefäßverschlüssen (vermehrt Herzinfarkte
und Schlaganfälle),
- Zunahme organischer Hirnerkrankungen
(Alzheimer-Krankheit).
Pro und Contra einer Hormonersatzbehandlung
- Verhinderung des Auftretens der
typischen akuten Wechseljahrsbeschwerden (s.o.)
- Verhinderung der Langzeitschäden
des Östrogenmangels (s.o.)
- deutliche Senkung des Risikos an
Darmkrebs zu erkranken
- deutliche Senkung des Risikos an
Gebärmutterkrebs zu erkranken
- geringe Erhöhung des Brustkrebsrisikos:
ab dem 50. Lebensjahr erkranken in ihrem
weiteren Leben von 1000 Frauen an Brustkrebs:
- ohne Hormonersetzung 63 Frauen
- bei 1 - 5 Jahren Hormonersatz
65 Frauen
- bei 5 -10 Jahren Hormonersatz
69 Frauen
- bei 10 - 15 Jahren Hormonersatz
75 Frauen
- Patientinnen, die nach oder unter
einer Hormonersatzbehandlung Brustkrebs entwickeln, überleben deutlich
länger, d.h. die Sterblichkeit an Brustkrebs ist deutlich geringer.
Im übrigen ist Brustkrebs eine Erkrankung, die von vielen verschiedenen
Lebensstilfaktoren abhängt, deren genauen Zusammenhänge man noch nicht
kennt:

Risikoabwägung
Vor Beginn einer Hormontherapie sollten wir
zusammen in einem persönlichen Beratungsgespräch nach Ihren Erwartungen
und Bedürfnissen sorgfältig Risiko und Nutzen einer geplanten Hormonersatz-behandlung
gegeneinander abwägen.
In der Frühphase der unregelmäßigen bzw. unvollständigen Hormonproduktion
der Eierstöcke ist neben der Umstellung der Ernährung-
und Lebensweise die Abhilfe mit pflanzlichen
Medikamenten häufig vollkommen ausreichend.
Nur eine Hormonersatztherapie kann jedoch die
mannigfaltigen gesundheitlichen Nachteile des Langzeit-Hormonmangels
in den Wechseljahren vermeiden helfen.
Eine alleinige
Östrogen-Ersatztherapie würde allerdings
zu einem ungebremsten Schleimhaut-wachstum
in der Gebärmutter führen, was letztlich Gebärmutterhöhlenkrebs
verursachen könnte.
Daher muss ein Östrogen - sofern die Gebärmutter
noch vorhanden ist - immer mit einem Gestagen (Gelbkörperhormon) kombiniert
werden, damit das Schleimhautwachstum reguliert wird:
- sequentielle Kombinationstherapie:
die zeitliche Abfolge von Östrogen und Gestagen imitiert den natürlichen
Zyklus mit der Folge von menstruationsähnlichen Blutungen
- kontinuierliche Kombinationstherapie:
gleichzeitige Gabe von Östrogen und Gestagen (wenn die letzte spontan
aufgetretene Monatsblutung bereits länger zurückliegt), wobei auch weiterhin
keine Blutungen mehr eintreten.
Eine Frau, deren Gebärmutter
entfernt wurde, benötigt diesen Gestagen-Schutz
nicht und kann daher eine reine Östrogentherapie
anwenden.
Zur Beurteilung der ausreichenden Dosierung
helfen mir hierbei zuerst Ihre geklagten Symptome, daneben die Art der
Regelblutung, die Kenntnis Ihrer persönlichen Knochendichte
und ggf. der im Blut ermittelte Hormonspiegel.
Im persönlichen Gespräch werden wir die für
Sie richtige Substanz, die optimale Dosierung und den verträglichsten
Zugang zu Ihrem Körper (Tablette, Tropfen, Pflaster, Gel, Spritze) finden.
Zusammenfassung
Eine Hormonersatztherapie ist weder eine Garantie
für ewige Jugend noch ein Ersatz für die aktive Auseinandersetzung
mit dem eigenen Älterwerden.
Die Hormonersatztherapie kann aber die
Wechseljahresbeschwerden wirksam beheben, Spätschäden des chronischen
Hormonmangels vorbeugen und somit die Lebensqualität im Alter deutlich
verbessern.
In jedem Fall können wir jedoch nur in einem
ausführlichen fachärztlichen Beratungsgespräch
Ihrer individuellen Situation optimal gerecht werden.
Zudem wissen wir heute, dass die Östrogene
möglichst niedrig und individuell
dosiert werden sollen. Oberstes Prinzip für mich ist deshalb immer
der Leitsatz:
|
"So viel Hormon
wie nötig, so wenig wie möglich"
|
Nützliche Links
Hormone und Brustkrebs: http://www.dggg.de http://www.menopause-gesellschaft.de

|